Die Riesling-Traube nimmt rund 22% unseres Anbaus ein...

St. Laurent

(Anteil 5%)

1870 brachte Ökonomierat Bronner aus Wiesloch diese Rebsorte aus dem Elsaß nach Deutschland. Heute ist das Hauptverbreitungsgebiet Österreich. Der St. Laurent wird bei uns seit 1989angebaut und hat viele Freunde gewonnen. Qualitativ ist er zwischen dem Spätburgunder und dem Portugieser einzuordnen.

 

Verbreitung:

In Deutschland sind zwischen 600 und 700 Hektar mit dieser Rebsorte bepflanzt. Die Pfalz hat dabei einen Anteil von ca. 50 Prozent.

 

Eigenschaften und Ansprüche:

Der St. Laurent reift meistens zwischen dem Portugieser und dem Spätburgunder. Die Beeren sind oval mit einerdicken, schwarzblauen Haut. Sie hängen dichtbeerig auf den Trauben. Dies birgt eine erhöhte Fäulnisgefahr, wenn das Dickenwachstum (evtl. durch zuviel Feuchtigkeit im Boden) zum Platzen der Beeren führt. In diesem Fall ist eine luftige Erziehung mit der entsprechenden Laubarbeit(Entblättern der Traubenzone) von Vorteil, um die Pilz- und Fäulnisausbreitung zu dämmen. Nachteilig bei dieser Rebsorte ist der frühe Austrieb in Verbindung mit einer hohen Maifrostanfälligkeit. Deshalb sind unbedingt frostfreie, wärmere Lagen zu empfehlen, welche sich auch positiv auf den Säureabbau am Stock auswirkt. Die Temperaturempfindlichkeit der Blüte hat auch großen Einfluss auf die Erträge, die dadurch sehr unregelmäßig seinkönnen.

 

Wein:

Der St. Laurent gehört zu den wertvollen Rotweinsorten.

Bei entsprechender Reife bringt er tiefgründige Weine miteinem feinen Aromenspiel zwischen Brombeer-, Kirschen- und Pflaumennoten. Die Maischegärung und eine Holzfasslagerung geben der Fruchtigkeit eine kräftigere Struktur.

 

 

1.5Merlot (Anteil 3%)

Lage:Boden:

Gimmeldinger Schlössel Sand bis lehmiger Sand

 

Merlot wird bei uns seit 1995 angebaut. Wir beabsichtigen mit dieser und den unter Punkt 1.6 und 1.7 aufgeführten, für die Pfalz nicht typischen Rebsorten, unseren Betrieb als Rotweinerzeuger mit internationalem Format zu profilieren. Außerdem wollen wir zeigen was in der Pfalz möglich ist.

 

Verbreitung:

Das Hauptanbaugebiet ist das Bordeauxgebiet in Frankreich. In der Schweiz hat der Merlot seine Heimat im Tessin. Weitere Anbaugebiete sind Slowenien, Argentinien, Chile und Norditalien.

 

Eigenschaften und Ansprüche:

Der Merlot reift mittelfrüh, ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wie der St. Laurent. Seine Trauben sind mittelgroß mit dünnschaligen, rundlichen, schwarzblauen Beeren. Die Dünnschaligkeit erhöht die Fäulnisgefahr und verringert die Widerstandsfähigkeit gegen Peronospora (Pilzerkrankung). Hier ist eine intensive Laubarbeit (Entblättern der Traubenzone) und eine Negativauslese der Kranken und unterentwickelten Trauben, sowie eine Ausdünnung bei zu großem Behang vor der Hauptlese notwendig, um die angestrebte hohe Qualität zu bekommen. Die Merlot-Rebe hat keine besonders hohen Ansprüche an den Boden. Sie gedeiht hervorragend auf leichten Böden. Wegen des frühen Austriebs sollte man aber darauf achten, dass der Merlot auf warmen Böden (leichte Erwärmbarkeit) steht. Damit verringert man das Risiko von Erfrierungen bei Spätfrösten und verbessert während der Reifezeit der Trauben den Säureabbau am Stock.

 

Wein:

Der Merlot ergibt relativ zarte aber dennoch körperreiche,fruchtige Rotweine. Der Anteil an natürlichen Tanninen ist geringer als beim Cabernet, weshalb er ein guter Verschnittpartner für tanninbetonte Rotweine darstellt.