Die Riesling-Traube nimmt rund 22% unseres Anbaus ein...

Scheurebe

(Anteil 6%)

Die Scheurebe entstand 1916 in Alzey nachdem Georg Scheu Riesling mit der Bukettrebe kreuzte. Neben dem Müller-Thurgau ist die Scheurebe die zweite Neuzüchtung die in Deutschland auf eine große Resonanz stieß.

 

Verbreitung:

Die Scheurebe geht in der Anbaufläche in Deutschland etwas zurück. In 2002 waren ca. 2.450 ha mit dieser Sorte bestockt. Darüber hinaus wird diese Rebe nur noch in Österreich (ca. 530 ha) und in geringem Umfang auch noch in Großbritannien kultiviert.

 

Eigenschaften und Ansprüche:

Die Trauben der Scheurebe reifen mittelspät in etwa mit dem Weißburgunder. Damit entsprechend gute Qualitäten erreicht werden sollte man ähnliche Kriterien wie beim Riesling zugrunde legen. Leicht erwärmbare Böden in warmen Lagen sind von Vorteil. In geringen, zu kalten Lagen bleibt die Säure hoch und die unreifen Weine behalten einen aufdringlichen Ton mit einem starken, unschönen Bukett.

Die Bodenansprüche der Scheurebe sind gering. Die Rebe hat eine sehr hohe Kalkverträglichkeit (Chlorosefestigkeit) und lange assimilierende, frostfeste Blätter. Die starke Wüchsigkeit der Rebe verträgt sich weniger mit sehr nährstoffreichen Böden wo es zu Verrieselungen kommt was die Erträge sehr herabdrückt. Gegen Peronospora und Oidium ist die Scheurebe empfindlicher als der Riesling. Dichtlaubige Anlagen sind sehr botrytis gefährdet. Der Botrytispilz befällt meist zuerst die reifen Trauben und führt schnell zu einer Edelfäule. Die Gewinnung von botrytisgeprägten Auslesen ist leicht möglich.

Zur Erzielung von ausdrucksvollen Weinen sollte das Mostgewicht möglichst über 80° Öchsle liegen. Damit die hohen Säurewerte der Scheurebe gedrückt werden, sollte der Erntezeitpunkt so spät erfolgen, dass die Säure noch am Stock abgebaut wird. Im Durchschnitt sollte sie 1-2 g/l unter der Sorte Riesling liegen.

 

Wein:

Die Scheurebe gilt aufgrund des charakteristischen Dufts der Weine nach schwarzen Johannisbeeren und manchmal nach diversen Zitrusgewächsen als Bukettsorte. Typisch ist bei ihnen auch die kräftige Fruchtsäure, die die Verwandschaft zum Riesling herausstellt. Diese Säure ist auch bei voll ausgereiften Trauben noch beständig und elegant.