Die Riesling-Traube nimmt rund 22% unseres Anbaus ein...

Rivaner (Müller-Thurgau)

(Anteil 3%)

Die Müller-Thurgau Rebe wurde 1882 in Geisenheim von Prof. Dr. Müller aus Thurgau (Schweiz) gezüchtet. Dass diese Sorte das Ergebnis einer Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner sei, ist eindeutig wiederlegt. Die jüngsten genetischen Erkenntnisse belegen, dass hier die Elternsorten Riesling und die französische Tafelweinsorte Madeleine Royal gekreuzt wurden.

 

Verbreitung:

In Deutschland wurde der Müller-Thurgau erst 1970 als Qualitätsrebsorte anerkannt. 1975 war er bereits die meistverbreiteste Rebsorte in Deutschland. Mitte der 1990er Jahre wurde er durch den Riesling vom 1. Platz verdrängt. Heute belegt der Müller-Thurgau in Deutschland mit ca. 18.000 ha den 2. Platz der Sortenliste. Weltweit wird Müller-Thurgau auf etwa 45.000 ha kultiviert, wobei nach Deutschland, Ungarn, Österreich und die Slowakei die größten Anbauflächen haben.

 

Eigenschaften und Ansprüche:

Der früh reifende Müller-Thurgau ist relativ wüchsig und bringt sichere und hohe Erträge. Während seine Ansprüche an die Lage gering sind, sind seine Bodenansprüche höher als die des Rieslings. Er liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden die nicht zu trocken sein dürfen. Auch tonige und kalkhaltige Böden wo andere Sorten zu Chlorose neigen, sagen dem Müller-Thurgau noch zu. Nachteilig ist seine Empfindlichkeit gegenüber Pilzkrankheiten (Oidium, Peronospora, Botrytis und Phomopsis) und seine geringe Frosthärte. Eine sorgfältige Botrytisbekämpfung, sowohl mit Pflanzenschutzmitteln als auch durch eine luftige Erziehung der Reben (intensive Laubarbeit), sind zur Förderung der Holzreife unerlässlich. Mit Stickstoff sollte zurückhaltend umgegangen werden. Kali und Magnesium dagegen sind von höherem Bedarf.

Der Müller-Thurgau bringt hauptsächlich Qualitätsweine zwischen 65° und 75° Grad Öchsle.

 

Wein:

Obwohl die Müller-Thurgau Rebe als Massenträger verschmäht ist, kann sie auch sehr schöne, meist recht milde Weine hervor- bringen. Sie sind blass- bis hellgelb, im Aroma neutral oder leicht blumig und am Gaumen meist von einfacher Struktur. Die Geschmacksintensivität eines Müller-Thurgau Weines ist wesentlich geringer als die eines Riesling.