Die Riesling-Traube nimmt rund 22% unseres Anbaus ein...

Riesling

(Anteil 22%)

Riesling ist unbestritten die deutsche Vorzeige Rebsorte. Die neuesten genetischen Forschungen belegen, dass diese Weißweinrebsorte das Resultat aus einer Verbindung zwischen einer Heunisch - Kreuzung und einem Traminersämling ist.

 

Verbreitung:

Der Riesling ist in allen Deutschen Weinbaugebieten vertreten und ist mit mehr als 21.000 ha die in Deutschland am meisten angebaute Rebsorte. Außerdem wird der Riesling in Frankreich (Elsass), Österreich, Slowenien, Italien (Südtirol), der Schweiz, Australien, Südafrika, Amerika, Chile und Neuseeland ange- baut. Weltweit belegt er mit ca. 60.000 ha die 13. Stelle der meistverbreiteten Rebsorten.

 

Eigenschaften und Ansprüche:

Der Riesling gehört zu den spät bis sehr spät reifenden Reb- sorten (Mitte Oktober bis November) und ist häufig die als letz- tes gelesene Rebsorte. Von allen Rebsorten stellt der Riesling die höchsten Ansprüche an die Lage. Leicht erwärmbare Böden und viel Wärme sind die Grundvoraussetzungen damit die Trauben ihre Vollreife errreichen.

Die Bodenqualität in Bezug auf den Nährstoff- und Mineralge- halt ist dabei untergeordnet. Riesling wächst praktisch auf allen Bodenarten. Er hat einen aufrechten Wuchs und ist sehr frost- unempfindlich.

Wichtig zur Erlangung der bestmöglichen physiologischen Reife ist eine luftige Erziehung und eine harmonische Düngung um einer vorzeitigen Stiellähme vorzubeugen. In der Praxis

bedeutet dies, dass man die Wüchsigkeit, durch die Wahl der entsprechenden Unterlage und eine eher restriktive Stickstoffdüngung, einschränkt. Eine ertragsmindernde Grünlese, bei der die in der Entwicklung zurückgebliebenen Trauben rechtzeitig entfernt werden ist ebenfalls qualitätsfördernd.

So bearbeitet kann der Riesling in mittleren bis guten Lagen, im langjährigen Schnitt, Mostgewichte zwischen 70 u. 80 ° Öchsle erreichen. Neben dem Mostgewicht hängt die Güte eines Rieslingweines wesentlich von seiner Säure ab, die seinen Cha- rakter ausmacht. Diese Säure spiegelt auch sehr deutlich die Bodenart, auf welcher der Riesling gewachsen ist, wider.

 

Wein:

Obwohl der Riesling einen markanten Sortencharakter hat - sein Duft wird von Apfel-, Pfirsich- und Zitrusnoten geprägt -, ist er ein ausgesprochener Terroirwein, d.h. seine Aromen und sein Geschmack sind durch den Weinbergsboden und das Mikroklima geprägt.

Am Gaumen zeigt guter Riesling eine kräftige Fruchtsäure in Verbindung mit gutem, festem Körper und hohen Extrakten. Rieslingweine sind dadurch sehr geschmacksintensiv auch bei niedrigem Alkoholgehalt.